ECDL - FAQ (Frequently Asked Questions)

Was ist der ECDL?

ECDL steht für European Computer Driving Licence - zu deutsch Europäischer Computer Führerschein. Mit einer Lizenz hat er natürlich wenig zu tun - Gott sei Dank darf ja jeder auch ohne einen "Führerschein" computern.

Der ECDL ist ein Zertifikat, dass fundierte Grundkenntnisse in 7 Bereichen (Module) nachweisen und damit die Chancen am Arbeitsmarkt verbessern soll:

  • Modul 1 - Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)
  • Modul 2 - Computerbenutzung und Dateimanagement (Betriebssystem)
  • Modul 3 - Textverarbeitung
  • Modul 4 - Tabellenkalkulation
  • Modul 5 - Datenbanken anwenden
  • Modul 6 - Präsentation
  • Modul 7 - Web und Kommunikation

Für sehr Fortgeschrittene gibt es auch noch den ECDL Advanced mit 4 Modulen:

  • AM3 - Textverarbeitung, Advanced Level
  • AM4 - Tabellenkalkulation, Advanced Level
  • AM5 - Datenbank, Advanced Level
  • AM6 - Präsentation, Advanced Level

Gibt es den ECDL nur bei uns?

Der ECDL ist eine Europaweite Initiative. Die Dachorganisation (ECDL-Foundation) hat Ihren Sitz in Dublin. In jedem Land wird sie durch eine nationale Gesellschaft vertreten. Diese übersetzt den Lehrplan in die jeweilige Sprache, ist für die Prüfungsfragen im Land verantwortlich und stellt auch die ECDL-Zertifikate aus.

Im deutschsprachigen Bereich sind das:

Inzwischen kann man den ECDL aber schon weit über Europa hinaus, nämlich in ca.150 Ländern absolvieren! Das bedeutet, dass sich der ECDL zunehmend als weltweit anerkanntes Zertifikat etabliert.

Wo kann ich den ECDL machen?

Absolvieren tut man den ECDL nicht bei den oben genannten Gesellschaften, sondern an einem von unzähligen EDV- bzw. Erwachsenenbildungs-Instituten (ECDL-Prüfungszentren/ Testcenter), die auch entsprechende Kurse anbieten. Schüler können oft in der Schule den ECDL absolvieren.

Auf den Seiten der obigen Computergesellschaften (Links anklicken) kann man sich informieren, wo es in der Nähe ein Prüfungszentrum gibt. Dort informiert man sich dann über die Prüfungstermine und ob bzw. zu welchen Terminen die Prüfung unter Verwendung der bevorzugten Software durchgeführt werden kann (siehe weiter unten: Welche Programme muss ich beherrschen?).

Brauche ich den ECDL wirklich?

Der ECDL ist nirgends gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Arbeitgeber beurteilt selbst, wie sehr der ECDL die Aussichten auf einen Job verbessert.

Was muss ich können? Ich habe gehört der ECDL sei schon ziemlich veraltet...

Die Lerninhalte des ECDL stehen im so genannten Syllabus. Bis August 2008 war der Syllabus in der Version 4.0 gültig. Diese Version existierte tatsächlich schon etwas lang und neuere Entwicklungen blieben darin noch unberücksichtigt. Seit September 2008 ist der nun lang erwartete neue Syllabus Version 5.0 gültig. Im Wesentlichen geht es beim ECDL um ein prinzipielles Verständnis der Dinge, nicht darum zu wissen, was die allerneueste Version eines Programmes oder der neuesten Grafikkarte noch alles kann. Wer die Grundlagen versteht und die Möglichkeiten eines Textverarbeitungsprogrammes kennt, wird mit allen Textverarbeitungsprogrammen in kürze zurechtkommen und fortgeschrittene Funktionen selbst erarbeiten können.

Eigentlich sollte im Syllabus ja überall das gleiche drinstehen, jedoch gibt es ein paar kleine Abweichungen durch die jeweiligen Übersetzungen.

Welche Programme muss ich beherrschen?

Entgegen einiger Stimmen, die sagen, der ECDL sei doch eine reine Microsoft-Angelegenheit, ist der ECDL tatsächlich produktunabhängig.

Modul 2 (Computerbenutzung und Dateimanagement) kann also wahlweise mit Windows (2000, NT, ME, XP, Vista), mit Linux oder am Mac mit Mac OsX absolviert werden. Für die anderen Module kann eine der verschiedenen Microsoft Office Versionen (z.B.XP,2003,2007), OpenOffice bzw. StarOffice oder am Mac z.B. Mac Office 2004 gewählt werden.

Nun aber von der Theorie zur Praxis: da in der Geschäftswelt OpenOffice/StarOffice und Linux (zumindest dort, wo der ECDL eine Bedeutung hat) noch einen recht geringen Anteil haben, werden entsprechend die meisten ECDL-Kurse und Prüfungen unter Verwendung von Windows XP oder Vista und Microsoft Office XP,2003 oder 2007 angeboten. Auch für den Mac ist das Angebot wohl entsprechend geringer. An Schulen hingegen wird schon vermehrt auf OpenOffice und Linux gesetzt.

Muss ich einen Kurs besuchen?

Nein, man kann sich auch alleine auf die Prüfungen vorbereiten.

Wie wird geprüft?

Für jedes Modul gibt es eine eigene Prüfung, d.h. es müssen 7 Prüfungen bestanden werden. Evtl. können an einem Prüfungstermin auch 2 oder 3 Prüfungen abgenommen werden. Die Module 1-7 können in beliebiger Reihenfolge geprüft werden. Man entscheidet selbst, welche Prüfungen man wann macht.

Pro Prüfung gibt es 36 Fragen. Von diesen müssen 75% richtig beantwortet werden. Nichtbestandene Prüfungen können theoretisch beliebig oft wiederholt werden (zu den Kosten siehe unten).

Art und Dauer der Prüfungen unterscheiden sich geringfügig von Land zu Land.

Deutschland

In Deutschland wird die Prüfung mit einem automatischen Testsystem (e-Testing) durchgeführt. Bei der Prüfung bekommt man Frage für Frage am Bildschirm gestellt und muss dann entweder einen richtigen Begriff auswählen (Multiple Choice) oder auf einem Screenshot (Abbild eines Programms in einer bestimmten Situation) eine bestimmte Stelle anklicken. Die Prüfungszeit beträgt 35 Minuten. Das Ergebnis erfährt man sofort.

Demotest: http://www.dlgi.org/de/lernen/offizieller-ecdl-uebungstest/

Österreich

In Österreich werden verschiedene Systeme angeboten. Man sollte beim jeweiligen Prüfungszentrum erfragen, wie getestet wird. Die Prüfungszeit beträgt jeweils 45 Minuten.

Automatischer Test ähnlich dem in Deutschland verwendeten Verfahren.

So genannte automatische In-Application Tests ermöglichen einen Test am Bildschirm, bei dem allerdings direkt in den Programmen (z.B. Word) gearbeitet wird und das Ergebnis jedes Aufgabenschrittes vom Testsystem sofort überprüft wird.

Der manuelle Test (Zetteltest): Die Aufgaben werden auf Papier ausgeteilt. Multiple Coice Fragen werden auf Papier angekreuzt. Zu bearbeitende Dateien erhält man auf einem Datenträger oder sie werden vom Prüfer über das Natzwerk auf den Prüfungscomputer kopiert. Mit den entsprechenden Programmen bearbeitet man die Dateien und speichert sie. Der Prüfer muss den Test korrigieren. Man erfährt das Ergebnis also nicht sofort. Der Test ist praxisnah, nachteilig sind der Aufwand für den Prüfer und die Wartezeit auf das Ergebnis. Manuelle Tests werden daher immer weniger angeboten.

Demotests

Schweiz

Auch in der Schweiz testen die Institute mit verschiedenen Systemen. Meines Wissens nach beträgt die Prüfungszeit 35 Minuten.

Demotests für den manuellen Test

Was kostet der Spaß?

Zunächst muss die sogenannte Skills-Card erwoben werden. Früher war das ein Stück Papier, auf dem die Prüfungen eingetragen wurden, heute wird man in eine Online-Datenbank eingetragen, in die man sich über das Internet mit seinem Passwort einloggen kann, um die Prüfungsergebnisse zu betrachten (elektronische Skills-Card). Auch die Skillscard erwirbt man beim jeweiligen Institut, wenn man sich zur ersten Prüfung anmeldet. Die Skillscard ist 3 Jahre lang gültig.

Preise in Österreich (Stand 17. Oktober 2008):

Skills-Card: € 50,00
Je Prüfung: € 26,50
Gesamt (50 + 7*26,50): € 235,50

Die DLGI in Deutschland macht auf Ihrer Website selbst keine Preisangaben.
Die Preise, die ich gefunden habe, variierten zwischen 50 und 60 Euro für die Skills-Card, 25 bis 30 Euro je Prüfung.

In der Schweiz gibt die ECDL AG Switzerland 2 verschiedene Preise für die Skills-Card an: 125 Fr. und 74 Fr. (ermäßigt für Personen in Ausbildung oder arbeitsmarktlichen Maßnahmen). Prüfungskosten sind auf der Website keine angegeben. Ich habe bei einem Anbieter einen Preis von 80 Fr. pro Prüfung ausfindig gemacht.

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